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So ein Zirkus! – Projektwoche in der Philipp-Reis-Straße

Da haben wir doch glatt endlich mal dem dummen Virus ein Schnippchen geschlagen und konnten nachholen, was im letzten Jahr aufgrund der Pandemie ausfallen musste! Durch Organisation des Schulvereins und mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Stadtwerke Bremen konnte endlich wieder ein Projekt auf die Beine gestellt werden, das seit Jahren im vierjährigen Rhythmus stattfindet, damit jedes Grundschulkind ein Mal daran teilnehmen kann.

Ein ganz anderes Lernen gab es Ende November: Der Zirkus Eldorado war da und hat eine Woche lang mit den Kindern diverse Zirkuskunststücke eingeübt. Es gab Artisten, Clowns, Hunde-, Lama- und Ziegendressur, …

Die Schüler wurden aufgeteilt in vier Kohorten, die dann gemeinsam ihre Kunststücke eingeübt haben. Zwei Schulstunden pro Tag wurden darauf verwendet, den Rest des Tages gab es ganz normal Unterricht. Am Ende der Woche wurden dann vier Vorführungen am Freitagnachmittag und am Samstag veranstaltet, wo die Kinder zumindest einem Elternteil (leider wurde aufgrund der Coronazahlen die Teilnahme stark begrenzt) vorführen, was sie gelernt und erarbeitet haben.

Die Kinder waren mit großer Begeisterung dabei und hatten sehr viel Spaß. „Bella ist mein Lieblingshund“, sagte zum Beispiel Burak. Und Hannes erzählte, dass die Lamas nicht immer machen, was die Kinder wollen, aber auch noch niemanden angespuckt haben. Hamoudi, der ein Clown war, war ganz begeistert davon, dass der Oberclown die Kinder ansingt statt zu meckern, wenn sie zu laut sind. Und Kiano war total stolz, dass er mit Daniel zusammen einen Erwachsenen hochheben konnte.

Die Aufführungen wurden dann auch ein voller Erfolg und glückliche Kinder und stolze Eltern verließen das Zelt. Nur das Wetter hat nicht gepasst, es war nass, kalt und ungemütlich außerhalb des Zeltes. Aber wen interessiert schon sowas, wenn man eine so tolle Woche verbracht hat!

Der Zirkus El Dorado ist ein Familienunternehmen aus Lilienthal und existiert schon seit etwa 50 Jahren. „Unser Großvater hat den Zirkus gegründet“ erzählt Joe Thiel, einer von 12 Geschwistern, die den Zirkus in seiner jetzigen Form betreiben. „Meine Eltern sind auch noch dabei, den Spaß mit den Kinder haben wir Geschwister. Mein Vater ist der Direktor, meine Mutter kümmert sich um die Kasse – ansonsten halten sie sich weitgehend raus.“ Bis 2002 war der Zirkus als „normaler“ Zirkus unterwegs, dann wurde es finanziell zu schwierig und es kam die Idee auf, in Schulen und als Ferienprogramm einen Mitmachzirkus anzubieten. Jetzt ist die Familie Thiel das ganze Jahr unterwegs – wenn nicht gerade Schulferien sind, und die Kinder zum Ferienprogramm kommen. Nur in den Weihnachtsferien legen sie die Füße hoch – mehr oder weniger, denn es müssen über 50 Tiere versorgt werden. Die Ausfälle durch Corona haben die Familie schwer getroffen, sie sind heilfroh, dass es jetzt wieder läuft und hoffen, dass das auch so bleibt. „Ich könnte mir keinen anderen Job vorstellen“ sagt Joe Thiel und freut sich „Die Kinder machen bei uns eigentlich immer, was wir ihnen sagen… da sind die Lehrer ganz neidisch!“.

Die Kinder der Grundschule an der Philipp-Reis-Straße hatten jedenfalls eine tolle Zeit, und wir hoffen sehr, dass der Zirkus wiederkommen wird!